Naturheilkunde

Die Naturheilkunde erfasst den Menschen in seiner Ganzheit – als Körper, Seele und Geist – sowie in seinen sozialen und ökologischen Bezügen. Sie behandelt den individuellen Menschen – nicht seine Symptome. Ziel ist die Förderung der Selbstheilungskräfte und die Wiederherstellung der Gesundheit.
Die Diagnose- und Behandlungsmethoden beruhen auf der Erfahrung am Menschen.

Geschichte:

Die Anfänge der Naturheilkunde gehen zurück auf den griechischen Arzt Hippokrates (um 460 – 370 v. Chr.) Er gilt als der Begründer der Humoralpathologie oder Vier-Säfte-Lehre.

Als Lebensträger im Körper werden die Vier Säfte weisse Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim angenommen. Die Vier Säfte entstammen der Analogie zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Jedem der Vier Säfte wird ein Organ zugeordnet, das den entsprechenden Saft speichern, umwandeln, oder erzeugen kann. Die Vier Säfte besitzen je zwei charakteristische Qualitäten Wärme/ Kälte, Feuchtigkeit/ Trockenheit. Die Ausgewogenheit dieser Vier Säfte (Eukrasie) ist gleichbedeutend mit der Gesundheit des Menschen. Krankheiten entstehen durch Störungen (Dyskrasie) dieser Ausgewogenheit.
Hippokrates lehrte, dass der Anteil der Körpersäfte mit den Jahreszeiten schwankt.

Bis zur Aufklärung dominierte diese Lehre die Naturwissenschaften, die damalige Medizin und das Verständnis über Ernährung. Nahrungsmittel wurden als „warm“, „kalt“, „feucht“ oder „trocken“ klassifiziert.

Abgelöst wurde die Vier-Säfte Lehre durch Paracelsus (1493-1541) Arzt und Alchemist. Von Paracelsus stammt der Satz: „Von der Natur gibt es gegen jede Krankheit eine Arznei.“
Paracelsus ist der Begründer der Spagyrik. Es bezeichnet ein Arzneiherstellungs -verfahren, bei dem die Wirkstoffe aus Pflanzen auf eine besondere Weise getrennt, bearbeitet und dann wieder zusammengeführt werden.