Östrogene

Es gibt drei verschiedene Östrogene im Körper

  • Östron (E 1) – die Speicherform (10 – 20 %)
  • Östradiol (E 2) – das Hauptöstrogen (10 – 20%)
  • Östriol (E 3) – das „Schleimhautöstrogen“ (60 – 80 %)

Östron (E1)

  • Höhere Werte nur in sog Übergangsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft, Menopause
  • Stammt zu 45% aus den Eierstöcken, zu 5% aus der Nebenniere, 50 % kommen aus dem Unterhautfettgewebe.

Östradiol (E2)

  • Förderung des Zellaufbaus
  • Einlagerung von Fett
  • Speicherung von Wasser
  • Verlangsamung des Stoffwechsels
  • Verlangsamung des Knochenabbaus durch Hemmung der Osteoklasten

Östriol (E3)

  • das „Schleimhautöstrogen“ 
  • Regeneration, Funktion und Feuchtigkeit der Haut und aller Schleimhäute
  • Schaltet das Krebsgen Bcl 2 ein; mit dem Gegenspieler Progesteron ist es sicher in der Therapie. Progesteron schaltet das Antikrebs-Gen p 53 ein.

Symptome eines Mangels:

  • Trockene Schleimhäute, ständiges Räuspern, trockene Augen, Verdauungsprobleme, Blasenbeschwerden, Schwindel, Tinnitus

 

Der Mythos vom Östrogenmangel

Die vorherrschende schulmedizinische Meinung ist, dass die Beschwerden der Wechseljahre durch einen Mangel an „Östrogenen“ verursacht werden. Entsprechend werden die Frauen mir „Östrogenen“ behandelt. 

Tatsächlich wird nur weniger Östrogen produziert, als für die monatliche Vorbereitung einer Schwangerschaft nötig wäre. Östrogen/ Östradiol wird weiterhin jedoch in geringeren Mengen produziert. 

Der Beginn der Wechseljahre d.h. der Veränderungen im weiblichen Körper ist abhängig davon ob eine Frau Kinder geboren hat und wieviele, in welchem Alter sie schwanger war, wie früh oder spät die Periode begann, ob und wie lange sie die „Pille“ genommen hat, oder die „Hormonspirale“, vom Lebensstil, Ernährung, Stress, Rauchen, Nachtarbeit, Schichtarbeit, Langstreckenflüge mit Zeitverschiebung usw. …. dies beginnt zwischen Anfang/ Mitte Dreizig bis ca. Ende Vierzig.

Es kommt zu Zyklen ohne Eisprung und damit zu einer Abnahme der Produktions des Gelbkörperhormons Progesteron.

Die beiden Hormone Östrogene und Progesteron brauchen sich gegenseitig. Da das eine Hormon die Rezeptoren für das jeweilig andere Hormon sensibilisiert, führt der Progesteron Mangel zu einem Ungleichgewicht. Nach Dr. John Lee führt dies zur Östrogendominanz.

Symptome der Östrogendominanz – durch fehlendes Progesteron:

  • Beschleunigung des Alterungsprozesses 
  • Unfruchtbarkeit
  • Zysten, Myome(Ovar, Mamma)
  • Krebs (Brust, Prostata..)
  • Menometrorrhagien (unregelmässige Blutungen/ heftige Blutungen)
  • Mastodynie/ Mastopathien, Brustwachstum (!)
  • Thrombosen, Embolien – durch Erhöhung der Blutgerinnung
  • Ödeme
  • Verdauungsstörungen,Völlegefühl, Blähungen
  • Gallenblasenerkrankungen (!!)
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Schwindel
  • Druck in der Herzgegend, Herzrhythmusstörungen
  • kalte Hände und Füsse aufgrund einer gestörten Schilddrüsenfunktion
  • Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen (!)
  • Fibromyalgie Syndrom
  • Multiple Sklerose
  • Sog Autoimmunerkrankungen wie Morbus Hashimoto, Lupus Erythomatodes
  • Allergien (Asthma bronchiale, Ekzeme, Rhinitis, Sinusitis…)
  • Angstzustände, Panikattacken
  • Erschöpfung, Antriebsschwäche, Lustlosigkeit
  • Depressivität bei innerer Unruhe und Angsstörungen
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
  • Konzentrations-, Merkstörungen
  • Schlaflosigkeit oder nicht erholsamer Schlaf
  • Haarausfall, diffus, schleichend oder auch plötzlich

Östrogene und Krebs

Dr. Michael Platt schreibt in seinem Buch „Die Hormonrevolution“, dass man bereits seit einem halben Jahrhundert weiss, dass Östrogene bei Frauen mehr als sechs verschiedene Krebsformen auslösen können. Krebs an der Gebärmutterschleimhaut, und am Gebärmutterhals, an den Eierstöcken, der Vagina, der Brust und am Dickdarm. Seit 2003 endlich steht Östrogen auf der Liste der krebserregenden Substanzen, doch diese Tatsache ist bei vielen Ärzten/innen und Patientinnen noch nicht angekommen, weil niemand deutlich darüber spricht.

Östrogen und die Schilddrüsenhormone

Des Weiteren kann durch die Östrogendominanz eine indirekte Schilddrüsenunterfunktion entstehen. Das Ungleichgewicht zwischen erhöhten Östrogenwerten und der Progesteron Mangel führt dazu, dass die Schilddrüsenhormone nicht vollständig verwertet werden können von den Körperzellen. Ursache dieser Schilddrüsenunterfunktion ist daher nicht primär eine nur unzureichend funktionierende Schilddrüse, sondern der Progesteronmangel. Deshalb sollten nicht nur die Schilddrüsenwerte – TSH, freies T3 und freies T4 – kontrolliert werden, sondern auch, ob ein Mangel an Progesteron vorliegt.

Im Rahmen einer Therapie mit bioidentischem Progesteron können sich auch die Schilddrüsenwerte wieder bessern und Patientinnen, die bereits Schilddrüsenhormone einnehmen, können unter Umständen ihre Dosis reduzieren. Auch Betroffene, die an Hashimoto erkrankt sind, und unter besonders hohen Antikörperwerten leiden, profitieren von der Behandlung mit bioidentischem Progesteron. Bei vielen Patientinnen sinken die Titer. Auch die körperliche und seelische Belastbarkeit steigt wieder und Stimmung sowie Schlaf bessern sich.